Heute hatte es in der Zeitung einen Artikel über eine 17jährige, die sich für viel Geld einen absolut wichtigen Traum erfüllt hat: Sie wollte ihre Brust vergrössern lassen. Das ist also das wichtigste und dringendste im Hirn einer so dumpfen jungen Frau. Ich kann das nur noch als dumm bezeichnen. Ein Kollege sagte ihr, mit so viel Geld würde er lieber ein motorrad kaufen. Genau! Ein Motorrad, ein Auto, ein Schiff, eine Weltreise, irgendetwas, was Spass macht!!! Aber doch nicht eine Brustvergrösserung mit Silikon!
Ich schrieb wieder mal einen Leserbrief, von dem ich nicht erwarte, dass er abgedruckt wird, darum tue ich ihn in bewährter Manier hier rein:
Dieser Artikel hat mich entsetzt. Meines Erachtens ist in der Entwicklung dieses Mädchens etwas total schief gelaufen, wenn sie mit 10,000 sFr nichts besseres anzufangen weiss, als sich unters Messer zu legen (gut, der Preis für eine Brustvergrösserung ist auch ziemlich daneben, viel zu hoch, würde ich meinen), sich etwas Künstliches implantieren zu lassen und eine unnötige Narbe für den Rest des Lebens in Kauf zu nehmen.
In anderen Worten, ich kann es absolut nicht nachvollziehen. Was ist der Antrieb? Schöner aussehen, wozu? Zum mehr geliebt zu werden? Es ist an den Eltern, dem Kind zu sagen, dass Schönheit keine Garantie für mehr Liebe ist! In diesem Alter hatte ich ganz andere Träume für meinen grossen Lebensentwurf, ich wollte weit reisen, mich gut ausbilden, ja, auch Motorrad fahren lernen und so vieles mehr, meine Liste war ellenlang! Ich war auch nicht perfekt gebaut, aber das zu ändern war absolut keine Priorität, es kam mir nicht mal in den Sinn. Wenn man nicht in diesem Alter Träume und Ehrgeiz hat, wann dann? Das ist doch die sogenannte Sturm und Drang Zeit des Menschen! Die Aerztin hatte schon recht, nach der Freizeitbeschäftigung zu fragen. Sie konnte es wohl auch nicht glauben, dass eine Jugendliche derart stumpfsinnig ist.
Da wächst man so privilegiert auf in einem so reichen Land, das einem alle Möglichkeiten offen hält, und was macht man damit? Nichts! Eine Brustvergrösserung. Unglaublich
sirano - 13. Feb, 23:02
Mit grosser Regelmässigkeit wird dieses Thema vor allem am Anfang des Jahres aufgenommen, ohne meines Erachtens wirklich aussagekräftig zu sein. Eine Budgetberaterin hat nun endlich mal genauer definiert, was damit gemeint ist. Sie schreibt, dass es Leute gibt, die nur Aktionen kaufen, die ständig am Rechnen sind und trotz Budgeterstellung nicht mit ihrem Geld durchkommen.
Ihrer langjährigen Erfahrung kann ich nicht gut widersprechen, trotzdem kann ich mir immer noch nicht vorstellen, was denn genau dazu führt, dass man knapp rechnet und trotzdem nicht durchkommt - abgesehen vom Beispiel des Tagi vor zwei Wochen mit dieser Mutter, deren Alimente gekürzt wurden. Mütter arbeiten fast überall auf der Welt und haben es immer getan; Kinder haben müsste aus meiner Sicht kein Grund für Armut sein, aber nicht erwerbstätig sein ist sicher einer. Wer sagt denn immer, dass eine Mutter ausschliesslich für ihr Kind da sein muss, sonst nimmt dieses Schaden? All diese bürgerlichen Mutterverherrlicher sollen mal aufhören mit dem Schrott. In Spanien z.B. haben immer alle Frauen gearbeitet, da gabs gar nichts anderes, und trotzdem sind dort nicht alle Kinder gestört, im Gegenteil. Sie sind sogar meistens sozialer als bei uns. Was eher fehlt, ist eine billige Kinderbetreuung, damit die Mütter arbeiten gehen können und dazu gezwungen werden können.
Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass jemand, der Geld verdienen will, keine Gelegenheit dazu findet. Ich habe schon vor zwanzig Jahren als Studentin (und deshalb Ungelernte) immer irgendwas gearbeitet, nie musste ich das Geld zählen. Meine Ansprüche waren damals einfach tiefer, sowohl an meinen Lebenskomfort als auch an die Arbeit selber.
Wenn jemand also eine zu knappe Altersrente bekommt, sieht die Sache anders aus als bei den Müttern. Aber auch im Alter kann man noch etwas Sinnvolles beitragen und zu Geld kommen, ich persönlich mach mir da keine Gedanken. Ich stelle mir vor, dass ich im Alter zum Beispiel eine Pension haben werde. Denn Betten machen und WC putzen sollte ich auch im hohen Alter noch können. Aber in der Schweiz muss man das nicht mal! Man kann ja Ergänzungsleistungen beantragen! Also wo ist das Problem? Diese können natürlich nicht so üppig ausfallen, dass man nachher das Geld mit vollen Händen ausgeben kann, aber arm muss man ja dann nicht mehr sein.
Statt immer den Staat in die Pflicht nehmen zu wollen, wie es z.B. die Caritas nun tun will, sollte man probieren, die Leute zu motivieren, sich selbst zu helfen. Zustände wie in den USA wollen wir zwar alle nicht, aber ein wenig mehr amerikanische Einstellung zur Selbsthilfe würde nicht schaden.
sirano - 9. Jan, 23:24
Der Verband zwingt neu alle Freizeitreiter, ihr 16 mal pro Jahr erscheinendes Bulletin zu abonnieren, und das kostet 50 sFr im Jahr. Auf meine Klage hin bekam ich einen vorgefertigten Brief, wo sie nochmals schrieben, dass sie ihre Informationspflicht wahrnehmen wollen. Es ist ihnen offenbar nichts besseres eingefallen, als uns mit Altpapier zuzumüllen. Daraufhin hab ich nochmals dem Präsident geschrieben, aber ich bin sicher, ich erhalte nun keine Antwort mehr:
Sehr geehrter Herr Trolliet
Danke für Ihre rasche Antwort (wenn auch standardisiert und nicht bezugnehmend auf meinen Brief) bezüglich meiner Klage wegen des Zwangsabonnements des Bulletins. Mir geht es nicht ums Geld, sondern ums Prinzip. Dem Verband jedoch scheint es nur ums Geld zu gehen.
Wenn Sie uns wirklich informieren wollten, gäbe es bessere und effizientere Wege. Es sieht aber offensichtlich so aus, dass es dem Verband nur ums Geld geht. Sie wollen mehr Leser für das Bulletin, damit Sie die Inserate teurer verkaufen können. Damit auch jeder merkt, dass er im Bulletin ein Inserat aufgeben kann, haben Sie gleich ein entsprechendes Formular beigelegt.
Jedoch können auch Sie sich nicht gegen den Lauf der Zeit stellen, und der ist gegen die Printmedien und für das internet. Sie werden keinen Erfolg haben mit der Strategie, auf diese Art mehr Inserate zu verkaufen. Warum sagen Sie nicht ehrlich, dass Sie mehr Geld von uns wollen? Das mit der Information ist total fadenscheinig.
Anscheinend will ja der Verband möglichst alle Reiter irgendwie abholen und erreichen, z.B. über die Vereinspflicht. Mit Ihrer Strategie aber erreichen Sie zumindest bei Leuten wie mir das Gegenteil: ich werde jetzt probieren, ohne das eingelöste Brevet durchs Jahr zu reiten. Zehn Franken mehr für das Brevet hätte ich bezahlt, aber ich lasse mich nicht gern ausnehmen. Das Nenngeld wird ja auch immer teurer, wozu noch irgendwo starten? Ich kann auch ohne sein, ich hab keine Lust mehr.
Sollte der Verband nicht UNSERE Interessen wahrnehmen? Das Gegenteil ist der Fall, meiner Meinung nach.
Apropos Startmöglichkeiten: Alle Anlässe, bei denen der Verband pro Startenden Geld kassiert, wären unmöglich ohne unseren Gratiseinsatz für viele viele Stunden. Bitte vergessen Sie das nicht.
sirano - 13. Dez, 17:59
Heute ist das gesamte Abstimmungsresultat gegen meine Meinung gewesen. Ich kann es noch gar nicht fassen. Allen voran die blöde Minarett Initative, die man gar nicht hätte zulassen sollen. Es ist doch so etwas von egal, ob eine Moschee ein Minarett hat oder nicht, und es sieht jedenfalls besser aus als der Schornstein einer Kehrichtverbrennungsanlage. Ich bin auch kein Freund vom Islam, so wie ich ja gegen jede Religion bin. Aber wenn es die nun schon gibt, und Kirchtürme gibt es ja auch genug, und offenbar brauchen manche Leute Religion.... also dann sollte man das in einem säkulären Staat zulassen. Oder sind wir das nicht?
Aber noch ärgerlicher ist das mit dem Waffenexportverbot. Es wurde abgelehnt. Die Schweizer haben kein Problem, wenn wir weiterhin Waffen exportieren und damit Geld verdienen. Die Asylanten aus den Kriegsgebieten aber will man dann doch lieber nicht hier haben, so sie es überhaupt bis hierher schaffen. Bravo, tolle Leistung eines "neutralen" Staates. Unser bester Kunde letztes Jahr war Saudiarabien (dort stehen übrigens ganz viel Minarette, ha ha). Ein Musterstaat in Sachen Bürgerrechte, jawohl. Darum guter Kunde.
Schlussendlich wurde ein Bauer zum Regierungsrat gemacht. Ich hab nichts gegen Bauern. Aber die sollen lieber die Scholle bearbeiten und den Stall ausmisten, das können sie am besten. Regieren, und dann noch die Verantwortung der grössten kantonalen Wirtschaft übernehmen, das traue ich keinem Bauern zu. Aber seine Vorgängerin, eine ungelernte Hausfrau, war ja auch nicht besser.
Ja, heute würde ich gern auswandern aus diesen Idiotenland. Aber wohin? Es ist nirgends besser, im Gegenteil. In anderen Ländern, wenn ich so schaue, sieht es noch viel schlimmer aus (Deutschland, die Steuern!!! Die tiefen Löhne! Ebenso Oesterreich. Oder Italien! Berlusconi, jetzt wird mir gleich schlecht, ich muss kotzen)
Ich schau am besten einfach für mich, dass ich glücklich und zufrieden bin, alles andere soll mir egal sein. Kann eh nichts ändern.
sirano - 29. Nov, 21:29
In der Schweiz haben wir die blöde, einmalige Einrichtung, dass diejenigen, die ein Haus oder eine Wohnung kaufen, ein fitkives Einkommen darauf versteuern müssen, weil man davon ausgeht, dass die Käufer Geld sparen, da sie weniger Zinsen zahlen als Mieter. Der Einfachheit halber hat das Steueramt bei uns 30 Häuser gleich hoch bewertet und mir so ein Zusatzeinkommen versteuert von über 24000 sFr, das ich natürlich nie verdient habe. ich habe das nun einfach mal runtergesetzt auf den Betrag, den ich denke, den ich auch bekommen würde, wenn ich mein Haus vermieten würde. Erwartungsgemäss wurde das nun abgelehnt. Jetzt habe ich mal dem Steueramt online geschrieben:
Liebes Steueramt! Ich habe gerade Bescheid bekommen, dass meiner Bitte um Reduktion des Eigenmietwerts nicht entsprochen wird. Ich finde, es ist zu einfach, alle Häuser der gleichen Zone über einen Leisten zu schlagen, egal ob sie nah oder fern der Hochspannungsleitung liegen. Bei einer Vermietung würde sich auch niemand für die Zonen interessieren, da gilt nämlich nur der Marktpreis, und der ist doch auch individuell. Darum will ich nun Beschwerde einreichen, aber weiss nicht, wie. Ich hoffe, eine erste Beschwerde ist für mich als Bürgerin gratis! Noch etwas zu meiner Sicht der Dinge: Ich habe meine BVG auszahlen lassen für das Haus und diese natürlich versteuert. Ich habe meine Lebensversicherung dort reingesteckt und logischerweise vorher versteuert. Den Eigenmietwert eimpfinde ich als eine zusätzliche Bestrafung für die sparsamen Hausbesitzer und wird hoffentlich bald abgeschafft. Aber wenn es denn schon sein muss, dann bitte fair und individuell! Bei mir ist die Schätzung meines Erachtens viel zu hoch. Ich bitte um baldige Antwort. Danke sehr und beste Grüsse
... Nicht, dass ich denke, dass ich viel Erfolg habe, aber wenn man sich nicht wehrt, dann hat man garantiert noch viel weniger Erfolg. Kruzifix nochmal!!!
sirano - 22. Nov, 23:11
Am 10.7.09 schrieb Wolfgang Sofsky einen Artikel zu obigem Thema aus aktuellem Anlass: In München hatten drei schweizer Jugendliche etliche Passanten grundlos zusammengeschlagen, einen davon derart, dass sein Gesicht rekonstruiert werden musste (!!!) und dieser wahrscheinlich erblinden wird, geschweige denn noch ein normales Leben führen kann. Dies passierte auf einer Schulreise nach genügend Alkoholkonsum. Die Oeffentlichkeit ist schockiert und hofft auf harte Strafen. Die Jugendlichen waren nicht aus sogenannt schwierigen Verhältnissen gekommen, gehören jedoch aus meiner Sicht gleichwohl zu den Verlierern, da sie ein zehntes Schuljahr absolvierten, was in der Schweiz als Abstellgleis für solche ohne Lehrstelle gesehen wird.
Egal. Wie auch immer die Verhältnisse sind, entschuldbar sind die Taten natürlich nicht. Man fragt sich jedoch, warum die Schläger noch auf ihr Opfer einprügelten, als es schon wehrlos am Boden lag. Wie kann man eigentlich jemandem einfach so mit voller Wucht ins Gesicht treten, ohne Hemmungen?
Dann erschien eben jeder Artikel von Sofsky. Er beschreibt Sadisten, die gerne andere Menschen quälen. Er stellt sich vor, dass solche Leute mit Vorliebe einen Beruf wählen, wo sie andere überwachen und bestrafen können. Grausamkeit zielt auf vollkommene Macht über andere. Dabei steht nicht der Wunsch nach Töten im Vordergrund, sondern der Genuss der Ohnmacht des Opfers angesichts der Willkür des anderen und der Unvorhersehbarkeit der kommenden Pein.
Der Schinder begeht das Böse nicht um des Bösen willen. Er findet Gefallen daran, frei zu sein von Moral, Gesetz, Scham, Mitgefühl. Er fühlt sich frei von Recht und Unrecht, und neben Geltungsdrang kann auch einfach Langeweile der Antrieb zur Grausamkeit sein. Neben hochmütigen oder untertänigen Menschen sind vor allem feige Menschen gefährdet, grausam zu sein. Feige stürzen sie sich auf das Opfer, wenn es schon wehrlos am Boden liegt und ihnen der "Sieg" sicher ist. Sie lassen so für einmal ihre ängstliche Existenz hinter sich.
Wie Sofsky in seinem Buch "Das Buch der Laster" im Kapitel "Grausamkeit" die Folter beschreibt, ist fast nicht zu lesen, so schrecklich ist es geschrieben.
Und dennoch - ich frage mich, ob man die oben beschriebene Tat damit erklären kann. Feige, ja, das waren die drei, die also in der Ueberzahl waren und den Ueberraschungseffekt auf ihrer Seite hatten. Aber sie haben einfach zugeschlagen und nicht mehr aufgehört, nicht langsam gefoltert. Was fehlte? Einer von ihnen war ein absoluter Sportler, beliebt, geregeltes Heim, kein Scheidungskind. Leserbriefschreiber meinen, das sei die fehlende Erziehung gewesen. Dem möchte ich mich in diesem Moment auch anschliessen.
Schliesslich haben wir Regeln erfunden, damit das Zusammenleben untereinander funktioniert, und diese Regeln richten sich nicht nach dem Recht des Stärkeren. Da diese Regeln nicht "natürlich gegeben" sind, muss man sie erlernen. Und das sollte in jungen Jahren daheim passieren.
sirano - 9. Aug, 00:46
Im Umgang mit jungen Pferden brauchts bekanntlicherweise ziemlich Erfahrung mit Pferden. Darum gilt der Spruch: alte Pferde - junge Reiter, junge Pferde - alte Reiter.
Pferde sind einfach gestrickte Wesen, die eigentlich Sicherheit suchen und geführt werden wollen und sich dabei wünschen, dass ihre Sicherheit physisch garantiert ist, ohne dass sie Entscheidungen treffen oder Verantwortung übernehmen müssen. Gar nicht so viel anders wie viele Menschen.
Aber hier gehts mir um das Fühen der Pferde beim Springen. Sie springen nämlich nicht, wenn sie dem Reiter nicht vertrauen. Darum muss der Reiter die Sicherheit vermitteln, dass das geht und nichts passiert. Das Pferd lernt, dass es dem Reiter vertrauen kann und macht ihm den Gefallen, sich über die Hindernisse führen zu lassen.
Wenn der Reiter nun das Pferd in eine gefährliche Situation bringt und nicht vorbereitet, dann kann das Pferd das Vertrauen verlieren und sich verweigern. Auch kann es sein, dass das Pferd mit dem erfahrenen Reiter alles springt, aber mit einem unerfahren Reiter nicht geht. Wir tendieren dann dazu, dem Tier die Schuld zu geben, dabei liegt sie bei uns. Die Pferde halten uns einen Spiegel vor, wie souverän wir führen können und auftreten. Sie lassen sich hierbei nicht täuschen, sie merken unsere Unsicherheit sofort.
sirano - 5. Jul, 23:19
Ich bin vollkommen einverstanden mit dem Artikel von Philipp Sarasin. Ich finde, eines der nobelsten Aufgaben des Staates ist es, für gute und breite Bildung der Bevölkerung zu sorgen. Ich persönlich hatte das "Glück", in einer ausländischen deutschen Schule das Abitur zu machen, zusammen mit 95% der Schüler meines Jahrgangs! In anderen Worten, praktisch alle wurden bis zum 12. Schuljahr mitgeschleppt. Trotzdem war mein Abitur nicht hervorragend, man würde also meinen, ich war weniger als nur eine mittelmässige Schülerin. Das habe ich auch bemerkt, als ich mit diesem Abitur an einer schweizerischen Hochschule zu studieren anfing; ich war keinesfalls auf dem gleichen Niveau wie die schweizer Maturanden! Aber ich hab mich gefangen, ich habs geschafft, das Studium zu beenden. Gerade in Mathe war ich ein absoluter Spätzünder, ich begriff dieses Fach erst im Alter von über 20. Dafür hats dann richtig Spass gemacht.
Durch dieses persönliche Erlebnis geprägt, wünsche ich mir, dass in der Schweiz eher eine höhere als tiefere Quote von Schülern ans Gymnasium gelassen wird, so wie das in vielen anderen europäischen Ländern der Fall ist. Sonst riskieren wir, dass viele intelligente Menschen unterfordert und schlecht ausgebildet eine unbefriedigende Arbeit verrichten müssen, ganz abgesehen von den vom Autor des Artikels erwähnten fehlenden Ingenieuren und anderen Fachkräften.
Eine Schule wie Eton hingegen kann nicht das Ziel in der Schweiz sein, da das nicht nur eine Elite-Schule in Bezug auf Intelligenz, sondern vor allem (und in erster Linie) in Bezug auf Geld ist.
Hingegen erwarte ich von einer angehenden Gymnasiastin, dass sie (oder er natürlich) in der Lage ist, im Alter von 11 in korrektem Deutsch zu schreiben, den Dreisatz und alle anderen grundlegenden mathematischen Funktionen zu beherrschen und sich in mindestens einer zweiten Sprache auszudrücken. Ich kenne Beispiele von Prüflingen für das Gymnasium, die diese Fähigkeiten nicht mitbrachten. Hier verstehe ich, wenn die Behörde sagt, dass diese Jugendlichen nicht aufs Gymnasium gehören.
Die vom Autor beschriebenen sauberen Striche zwischen korrekten Mathelösungen hingegen finde ich lächerlich und absolut sinnlos. Ich hoffe, dies ist nicht die Regel. Ich hoffe hingegen, dass bald ein Umdenken stattfindet in dieser Richtung: Je mehr Jugendliche die Reifeprüfung erlangen, desto erfolgreicher war unser Bildungssystem. Einen besseren Leistungsausweis gibt es meiner Meinung nach für die Behörden nicht!
sirano - 10. Jun, 23:27