Mittwoch, 10. Juni 2009

Der heutige Artikel im Kulturteil über das "Elite-Sperma"

Ich bin vollkommen einverstanden mit dem Artikel von Philipp Sarasin. Ich finde, eines der nobelsten Aufgaben des Staates ist es, für gute und breite Bildung der Bevölkerung zu sorgen. Ich persönlich hatte das "Glück", in einer ausländischen deutschen Schule das Abitur zu machen, zusammen mit 95% der Schüler meines Jahrgangs! In anderen Worten, praktisch alle wurden bis zum 12. Schuljahr mitgeschleppt. Trotzdem war mein Abitur nicht hervorragend, man würde also meinen, ich war weniger als nur eine mittelmässige Schülerin. Das habe ich auch bemerkt, als ich mit diesem Abitur an einer schweizerischen Hochschule zu studieren anfing; ich war keinesfalls auf dem gleichen Niveau wie die schweizer Maturanden! Aber ich hab mich gefangen, ich habs geschafft, das Studium zu beenden. Gerade in Mathe war ich ein absoluter Spätzünder, ich begriff dieses Fach erst im Alter von über 20. Dafür hats dann richtig Spass gemacht.
Durch dieses persönliche Erlebnis geprägt, wünsche ich mir, dass in der Schweiz eher eine höhere als tiefere Quote von Schülern ans Gymnasium gelassen wird, so wie das in vielen anderen europäischen Ländern der Fall ist. Sonst riskieren wir, dass viele intelligente Menschen unterfordert und schlecht ausgebildet eine unbefriedigende Arbeit verrichten müssen, ganz abgesehen von den vom Autor des Artikels erwähnten fehlenden Ingenieuren und anderen Fachkräften.
Eine Schule wie Eton hingegen kann nicht das Ziel in der Schweiz sein, da das nicht nur eine Elite-Schule in Bezug auf Intelligenz, sondern vor allem (und in erster Linie) in Bezug auf Geld ist.
Hingegen erwarte ich von einer angehenden Gymnasiastin, dass sie (oder er natürlich) in der Lage ist, im Alter von 11 in korrektem Deutsch zu schreiben, den Dreisatz und alle anderen grundlegenden mathematischen Funktionen zu beherrschen und sich in mindestens einer zweiten Sprache auszudrücken. Ich kenne Beispiele von Prüflingen für das Gymnasium, die diese Fähigkeiten nicht mitbrachten. Hier verstehe ich, wenn die Behörde sagt, dass diese Jugendlichen nicht aufs Gymnasium gehören.
Die vom Autor beschriebenen sauberen Striche zwischen korrekten Mathelösungen hingegen finde ich lächerlich und absolut sinnlos. Ich hoffe, dies ist nicht die Regel. Ich hoffe hingegen, dass bald ein Umdenken stattfindet in dieser Richtung: Je mehr Jugendliche die Reifeprüfung erlangen, desto erfolgreicher war unser Bildungssystem. Einen besseren Leistungsausweis gibt es meiner Meinung nach für die Behörden nicht!

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