Zum Thema Religion

Letzthin habe ich mir einen Faux pas geleistet. Muss auch ab und zu sein. In einer Runde von mir und drei Männern sagte ich in der Kaffeepause, dass ich mir nicht vorstellen könnte, wie ein intelligenter, gut ausgebildeter Mensch an Gott glauben könne, das sei doch nur etwas für die Dritte Welt, wo die Massen vegetieren und keine anderen Hoffnungen haben als die Religion. Nun, es hatte vielleicht den einen oder anderen Zuhörer am Tisch, der trotzdem an Gott glaubt, aber auch intelligent und gebildet ist......
Man muss eben schon aufpassen mit seiner Meinung rausposaunen. Man könnte andere verletzen. Hab ich wohl auch.
Trotzdem bleibe ich dabei. Religion ist nicht Opium fürs Volk, sondern eher Beruhigungsmittel für die Leidenden und Hoffnungslosen. Habe gerade eine Zusammenfassung von Nietsche’s letztem Buch gelesen, das heisst „Also sprach Zarathustra“. (Wusste gar nicht, dass dieser bekannte Titel ein Buchtitel von ihm ist. Auch „Jenseits von Gut und Böse“ ist offenbar ein Buchtitel von Nietsche)
Also Nietsche schrieb schon vor gut 130 Jahren, dass Gott tot sei. Ich war baff, da ich nicht gedacht hätte, dass diese Idee schon so alt ist und immer noch nicht in den Köpfen der Leute festgenagelt ist. So wie die Evolutionstheorie z.B., die ist glaub ich den meisten klar heutzutage.
Na ja, die katholische Kirche also, die hat nichts besseres zu tun, als öffentlich darüber nachzudenken, ob sie sich nicht vom Staat lösen soll. Erstens war ich der Meinung, wir hätten schon einen von der Kirche getrennten Staat, und zweitens finde ich, wenn nicht, dann ist es höchste Zeit. Ja, wozu sollte der Staat noch Steuern eintreiben für diese nutzlose Institution? Klar, trennen, sofort! Der Grund für diesen Aufstand von Seiten der kath. Kirche ist zwar ein anderer: sie hat von einem weltlichen Gericht auf den Deckel bekommen. Sie wollten einen Pfarrer loswerden, der gegen die Obrigkeit gewettert hat (huch, welch Sünde!), aber die Gemeinde wollte den Pfarrer behalten, und der hat also geklagt und Recht bekommen. Er darf bleiben, obwohl er die Erlaubnis, seine seelsorgerischen Tätigkeiten auszuüben, von der Kirche aberkannt bekommen hat (wie auch immer das heisst in deren Sprache). Denn er ist demokratisch gewählt worden von seiner Gemeinde in Basel Land. Da die kath. Kirche absolut autoritär organisiert ist, akzeptiert sie einen solchen Entscheid natürlich nicht. Demokratie, was ist das ausser eine lästige Krankheit?
Leider leider hat Herr Bischof nicht bedacht, dass er auf Kosten seiner Gläubiger (entschuldigung: seiner Gläubigen) in einem Schloss sehr konfortabel wohnt und dass bei einer solchen Trennung etwas anders wäre. Plötzlich wäre nur noch eine profane 3 Zimmer Wohnung finanziell verkraftbar! Stellt Euch das mal vor.
Nur zu, Herr Bischof, entsagen Sie der Welt! Zeigen Sie uns allen, dass Sie uns nicht brauchen und unser Geld, dass Sie auch von Luft und Liebe zu Gott allein leben können. Die Nicht-Gläubigen werden es Ihnen danken.
Ach, und übrigens: Meiner Meinung nach ist die Hysterie in Sudan wegen der englischen Lehrerin, die es ihren Schülern erlaubte, einen Teddy „Mohamed“ zu nennen, typisch und untermalt meine These. Religion als Bewegungskanal für die elenden Massen. Die Sudanesen gehören zu den geschundensten und ausgebeutetsten Völkern der Erde. Ein paar wenige bereichern sich am Oel, der Rest darbt dahin. Um das Volk von diesem himmelschreienden Unrecht abzulenken, wird der Religionsgeist heraufbeschworen. Und da kommt ein Dummchen wie diese Lehrerin gerade recht (was macht eine solche Ignorantin eigentlich in so einem Land???). Das Volk will sie hinrichten. Das lenkt ab und kommt denen zugute, die sich derweil im Speck wie Maden fettfressen. Während die anderen darben und auch elendlich zugrunde gehen, wie z.B. in Darfur, wo ja niemand hindarf. Man könnte ja das Unrecht dort sehen, dokumentieren, verurteilen.
Und vielleicht sogar weiteres Unrecht verhindern.
Soweit mein Eindruck zum Thema Religion

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