Abgabe von Medikamenten und Sterbehilfe

Unser Parlament kam auf die wunderbare Idee, allen Aerzten erlauben zu wollen, Medikamente selber abzugeben. Ein Aufschrei geht durch die Reihen der Apotheker. Ich aber hoffe, dass sich das durchsetzt. Es ist doch einfach wichtig, die Medikamentenabgabe zu regeln, dass der Arzt nicht das teuerste Medikament verkaufen darf, sondern das gemäss Liste der Krankenkassen. Dann ist die Willkür eigentlich gebannt. Andererseits sind doch die Apotheken die Halsabschneider. Für jedes rezeptpflichtige Medikament verrechnen sie eine Pauschale, und wenn man zwei Packungen braucht, dann verrechnen sie die Pauschale doppelt! Sie nennen das „Beratungsbeitrag“, dabei brauch ich doch keine Beratung, nur das mir verschriebene Medikament. Dass es hier viel zu verdienen gibt, zeigt doch die Tatsache, dass es in der Stadt an jeder Ecke eine Apotheke gibt, manchmal läuft man in fünf Minuten an fünf Apotheken vorbei. Die sollen nicht jammern, sondern abspecken.
Ein anderes Thema, das unser Parlament beschäftigt: die aktive Sterbehilfe (vor allem bei Ausländern). Erlaubt ist es, aber nicht geregelt.
Das ist untypisch für die Schweiz, wo ja eigentlich alles geregelt ist. Da hat ein schlauer Geschäftsmann also eine Firma aufgezogen, die auch noch „Dignitas“ heisst, aber kein würdevolles Sterben ermöglicht. Jahrelang mussten die „Kunden“ in eine lieblos eingerichtete Stadtwohnung gehen, die sie dann im Sarg wieder verliessen, das kostete 5,000 sFr. (ohne Flug). Dann wurde die Benutzung dieser Wohnung für diese Zwecke verboten, und der Schlaumeier, der unterdessen Millionär ist, hat eine andere Wohnung ausserhalb der Stadt gemietet, mitten im Wohnquartier. Die Kinder kamen quasi beim Spielen den Leichenträgern in den Weg. Ja, das geht wirklich nicht, verstehe ich auch. Die Anwohner haben rekurriert und dem Typ wurde untersagt, weitere Leute dort sterben zu lassen. Dann nahm der die Leute zu sich nach Hause, aber das wurde auch verboten (dabei ist das sein Haus). Unterdessen verenden die Leute auf einem Parkplatz in einem Auto. Mich wundert, wie das eigentlich immer rauskommt, wird der Mann ständig beschattet?
Na ja. Meine Meinung dazu: Sterben gehört zum Leben, und ich finde, jeder hat das Recht, zu sterben, wann und wie er will. Unsere blöde christliche Tradition kommt uns hier in die Quere, aber sie wird den Trend zu immer mehr Selbstbestimmung und Individualismus nicht aufhalten können, deren letzte Konsequenz eben das selbstbestimmte Sterben ist. Darum täte der Staat gut daran, die Leute gleich selber ins Jenseits zu befördern. Das würde als erstes Mal Kosten sparen dort, wo man nach einem Suizid aufräumen muss (wenn sich einer vor den Zug wirft oder von der Brücke springt, hinterlässt er wohl nicht viel Appetitliches) oder teure Behandlungen durch die Krankenkasse tragen muss, die vom Patienten nicht mehr erwünscht sind.
Es würde zweitens dann mit der Heuchelei aus unserer christlichen Kultur aufhören, dass das Leben in jedem Fall schützenswert ist. Ich mein, wenn Krieg ist, werden junge Männer im besten Alter auch bedenkenlos geopfert. Es wird Zeit, hier mal Farbe zu bekennen.

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Zuletzt aktualisiert: 13. Feb, 23:05

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