Wie man in Würde alt wird
Ich fasse hier einen Artikel zusammen, den ich in der Sonntagszeitung der NZZ gesehen habe und der mir so gut gefällt, dass ich den Inhalt in meinem blog ablegen möchte.
Der Artikel beginnt mit dem Satz „Das Menschsein beginnt nach dem Ende der Pubertät“ Der Jugendliche orientiert sich an etwas, das tunlichst nichts mit den Eltern zu tun hat. Kinder sind reizend, aber ungeeignet, wenn es darum geht, herauszufinden, was der Unterschied zwischen gut und böse ist.
Zwischen 20 und 30 meint der Mensch, er sei unsterblich und könne die Welt nach seinen Idealen formen. Entweder will man alles anders machen (Aussteiger oder Punker werden) oder man spielt mit (Karriere, Geld, Markenkleidung). Der Zweck bei beiden ist, ein Ich aus den Erlebnissen zu formen. Gute junge Leute sind unsicher und sucht seine Position im Leben, böse junge Leute denken in Kategorien wie Winner und Loser und meinen, nur das Geld zählt.
Zwischen 30 und 40 beginnt die Zeit der Wiederholungen. Die Beschäftigung sollte erträglich sein, der Mensch richtet sich ein, das Ich wird vervollkommnet. Es ist die Zeit der Suche, aber auch die Zeit des Neides. Man will es noch besser haben.
Zwischen 40 und 50 braucht es starke Nerven, weil der äussere Verfall beginnt. Wehe dem, der dann noch nicht Frieden mit seiner Vergänglichkeit gemacht hat, denn der wird sich albernerweise wie ein Jugendlicher kleiden und benehmen („Jugend ist eine Frage der Einstellung“) und allen zu verstehen geben, dass er oder sie immer noch so dumm ist wie mit 17. Sprachen lernen ist kein Zuckerschlecken mehr. Wenn man mit seinem Alter Frieden gemacht hat und sich daran erfreuen kann, dass einem noch nicht allzuviel weh tut und man keine Not leiden muss, dann kommt man gut über die Runden. Wenn man aber auf sein eigenes Lebenskonstrukt beharrt, sich bedroht fühlt durch andere Lebensentwürfe, dann entsteht gern Hass auf alles Andersartige, Verbitterung auf die undankbaren Kinder, die nicht die Erfüllung gebracht haben, und auf den Partner, der die grossen Chancen verhindert hat. Hassen kann man alles, wenn man nur genug Angst hat.
Zwischen 50 und 60 haben die meisten resigniert und nennen das Weisheit. Frauen und Männer ähneln sich bei den Haarschnitten, beide verdecken mit irgendwelchen Kleidern den Bauch, so geht es in die letzte Arbeitsrunde. Gute Leute beschäftigen sich mit Sachen, die sie lieben und schätzen, sie lassen die Jungen ihre Fehler machen und fallen niemandem auf den Wecker. Böse Leute empören sich über alles, was sie nicht verstehen und meinen, ihr Alter berechtige sie zum Klugscheissen.
Zwischen 60 und 80 wird gestorben, zuerst die Männer. Die Damen sitzen derweil in ihren überfüllten Wohnungen und funktionieren weiter wie eine Platte mit Sprung, während sie weinen und warten. Gute Alte geben den Jungen das Gefühl, das Alter liesse sich mit einem Lächeln ertragen. Böse Alte machen sich zum Affen, weil sie immer über das Alter quatschen, was sie noch nicht erreicht haben und vielleicht auch nie erreichen werden. Und derweil die Welt in Gut und Böse einteilen.
Der Artikel beginnt mit dem Satz „Das Menschsein beginnt nach dem Ende der Pubertät“ Der Jugendliche orientiert sich an etwas, das tunlichst nichts mit den Eltern zu tun hat. Kinder sind reizend, aber ungeeignet, wenn es darum geht, herauszufinden, was der Unterschied zwischen gut und böse ist.
Zwischen 20 und 30 meint der Mensch, er sei unsterblich und könne die Welt nach seinen Idealen formen. Entweder will man alles anders machen (Aussteiger oder Punker werden) oder man spielt mit (Karriere, Geld, Markenkleidung). Der Zweck bei beiden ist, ein Ich aus den Erlebnissen zu formen. Gute junge Leute sind unsicher und sucht seine Position im Leben, böse junge Leute denken in Kategorien wie Winner und Loser und meinen, nur das Geld zählt.
Zwischen 30 und 40 beginnt die Zeit der Wiederholungen. Die Beschäftigung sollte erträglich sein, der Mensch richtet sich ein, das Ich wird vervollkommnet. Es ist die Zeit der Suche, aber auch die Zeit des Neides. Man will es noch besser haben.
Zwischen 40 und 50 braucht es starke Nerven, weil der äussere Verfall beginnt. Wehe dem, der dann noch nicht Frieden mit seiner Vergänglichkeit gemacht hat, denn der wird sich albernerweise wie ein Jugendlicher kleiden und benehmen („Jugend ist eine Frage der Einstellung“) und allen zu verstehen geben, dass er oder sie immer noch so dumm ist wie mit 17. Sprachen lernen ist kein Zuckerschlecken mehr. Wenn man mit seinem Alter Frieden gemacht hat und sich daran erfreuen kann, dass einem noch nicht allzuviel weh tut und man keine Not leiden muss, dann kommt man gut über die Runden. Wenn man aber auf sein eigenes Lebenskonstrukt beharrt, sich bedroht fühlt durch andere Lebensentwürfe, dann entsteht gern Hass auf alles Andersartige, Verbitterung auf die undankbaren Kinder, die nicht die Erfüllung gebracht haben, und auf den Partner, der die grossen Chancen verhindert hat. Hassen kann man alles, wenn man nur genug Angst hat.
Zwischen 50 und 60 haben die meisten resigniert und nennen das Weisheit. Frauen und Männer ähneln sich bei den Haarschnitten, beide verdecken mit irgendwelchen Kleidern den Bauch, so geht es in die letzte Arbeitsrunde. Gute Leute beschäftigen sich mit Sachen, die sie lieben und schätzen, sie lassen die Jungen ihre Fehler machen und fallen niemandem auf den Wecker. Böse Leute empören sich über alles, was sie nicht verstehen und meinen, ihr Alter berechtige sie zum Klugscheissen.
Zwischen 60 und 80 wird gestorben, zuerst die Männer. Die Damen sitzen derweil in ihren überfüllten Wohnungen und funktionieren weiter wie eine Platte mit Sprung, während sie weinen und warten. Gute Alte geben den Jungen das Gefühl, das Alter liesse sich mit einem Lächeln ertragen. Böse Alte machen sich zum Affen, weil sie immer über das Alter quatschen, was sie noch nicht erreicht haben und vielleicht auch nie erreichen werden. Und derweil die Welt in Gut und Böse einteilen.
sirano - 25. Dez, 23:53
