Warum werden Jugendliche rechtsextrem

Es gibt gemäss einer Studie drei Gründe, weshalb Jugendliche empfänglich werden für rechtsextremes Gedankengut
1) Die Eltern denken schon so (da kann man nicht viel machen)
2) Gruppendruck der Kollegen (das wächst sich wahrscheinlich aus)
3) Die Jugendlichen fühlen sich von Erwachsenen nicht ernst genommen (hier können und müssen wir ansetzen)

Wie kann das passieren, dass sich Jugendliche in ihrem unsicheren Status nicht ernst genommen fühlen? Jeder Erwachsene weiss doch noch, wie grässlich es sich anfühlte, in der Pubertät zu sein. Das heisst, jeder sollte wissen, wie sich Jugendliche fühlen und was sie brauchen. Das ist mal das eine.
Aber wenn diese nicht von daheim einige Sicherheit mitbekommen haben bezüglich Lebensführung, wenn sie z.B. aus Protest oder aus Unsicherheit oder aus einer sonstigen destruktiven Stimmung heraus Leute zusammenprügeln, Allgemeingut oder Privatgut zusammenschlagen, ja dann wird es tatsächlich schwierig, diese jungen Leute zu umarmen und ihnen die Wärme zu geben, die sie wahrscheinlich eigentlich bräuchten.

Aber ich fand es gut, einmal diese Perspektive vermittelt zu bekommen: Dass nämlich Rechtsextremismus aus einer seelischen Not heraus geboren wird, auch wenn ich da nicht viel helfen kann, irgendwie ist eben doch jeder seines eigenen Glückes Schmied....

Dann gab es noch eine andere Studie, die gerade publiziert wurde und mir erwähnenswert erscheint: Praktisch 50% der Angestellten wurden schon mal Opfer von sexueller Belästigung. Wobei das auch eine Definitionsfrage ist, gemäss dieser Studie ist es schon eine sexuelle Bemerkung, wenn man die kräftigen Oberarme eines Mannes kommentiert....
Jedenfalls fand ich, das war wieder mal ein Grund, einen Leserbrief zu schreiben. Und siehe da, sie druckten ihn ab, weil genug provokativ geschrieben. Das war das Original, was sie leider gekürzt haben. Den ganzen letzten Absatz mit der Journalistin in Aegypten haben sie weggelassen. Das ist eben typisch: in einem Leserbrief darf man sich halt nich verzetteln, man muss strikt bei einem Thema bleiben, sonst drucken sie es nicht oder nur gekürzt ab. Egal, ich hab meinen Punkt öffentlich gemacht, das war die Hauptsache (obwohl: was bringts eigentlich???)
Liebe Redaktion
Dieser Artikel hat mich etwas gewundert; ich konnte diese Studie nicht
ganz ernst nehmen. Ich komme aus Spanien, wo die Leute den ganzen Tag
über Sex gesprochen haben und entsprechende anzügliche Bemerkungen
gemacht haben. Erstens hat man dabei als Mädchen oder Frau früh
gelernt, sich zu wehren mit entsprechenden Entgegnungen, was nicht
geschadet hat, und zweitens gehört Sex doch zur Natur des Menschen.
Die meisten Erwachsenen im arbeitsfähigen Alter denken doch ständig an
Sex, wieso soll man nicht auch darüber reden? Es ist diese Prüderie,
die unnatürlich ist, nicht das Gerede über Sex, finde ich.
Ausserdem möchte ich noch auf den lustigen Artikel im letzten Tagi
Magazin hinweisen von der Journalistin, die in Aegypten lebt. Was sie
beschreibt, sind echte Belästigungen, verglichen damit ist das meiste,
was in der Schweiz zu erleben ist, eine nette Aufmerksamkeit. Und wie
reagiert besagte Journalistin? Gemäss eigenen Aussagen teilt sie auch
schon mal Ohrfeigen aus - na, die hat doch auch gelernt, sich zu
wehren. Ist doch super.

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