Afghanistan - der Horror
Wenn ich letzte Woche meinte, das Land, welches mir am meisten zu denken gäbe, sei Italien, da habe ich eine ganz schön kurzsichtige Sicht gehabt. Unterdessen war ich nämlich im Kino und hab mir den neuesten Marc Forster Film The Kite Runner angesehen.
Ueber die Geschichte kann man geteilter Meinung sein, manche Handlungen haben mich nicht überzeugt, dass z.B. der schüchterne Junge einen anderen derart reinlegt, dass es glaubhaft danach aussieht, als hätte dieser gestohlen. Oder derjenige Rassist, der seinen Freund aus purer Boshaftigkeit vergewaltigte, das passte einfach nicht.
Was aber sehr glaubhaft dargestellt war, waren Figuren, die auch in schwierigen Situationen aufstehen, sich wehren, sich auch vor andere stellen, die nicht schweigen und den Mut haben, zu kämpfen, wie eben dieser Freund, der dann dafür vergewaltigt wurde. Aber auch der Vater, der als Flüchtling eigentlich darauf angewiesen war, dass ein junger russischer Soldat ihn und die anderen über die Grenze lässt, der wehrt sich dafür, dass der freche Soldat meinte, er könne die Notsituation der anderen ausnützen und sich eine junge Frau rauspicken für sein Vergnügen. Der Vater steht auf, beschimpft ihn, bedroht ihn, schlussendlich lässt der Russe von der Gruppe ab. Der Vater hatte sich für eine ihm unbekannte Frau gewehrt, weil es selbstverständlich war und unrecht, was der andere sich anmasste. Ach, wenn es nur mehr solche Leute auf der Welt gäbe, es gäbe weniger Unrecht zu erleiden für die Menschheit.
Aber das Beeindruckenste an diesem Film waren nicht diese starken Figuren, sondern die Taliban. Ich hatte gehört davon, genug gelesen, ich kanns gar nicht mehr lesen, immer das Gleiche. Aber nun hat man mal einen Film vor sich, wo das Leben unter den Taliban gezeigt wird. Und man erstarrt. Bildlich konnte man sich das gar nicht vorstellen. Man wusste, dass alles, was Freude machte, verboten wurde, man wusste, dass diese Fanatiker keine Gottesliebhaber waren, sondern extreme Machtmenschen, aber diese Patroullien durch die Stadt, diese enorme Gewalt (man sieht eine Steinigung, viel schlimmer anzusehen als die Vergewaltigung), diese unendliche Menschenverachtung. Diese krassen Szenen haben mich noch im Schlaf verfolgt, und ich fragte mich, wie hält ein Mensch so was aus? Es ist gut, dass die Amis diese Kerle rausgeschmissen haben, aber sie kommen ja wieder, wie ist denn das möglich? Das ist schlimmer als jede Seuche. Ich kann nicht mal der Religion die Schuld geben, wie ich es gern zu machen pflege, das und diese extreme Auslegung des Korans, die Anwendung der Scharia ohne Gnade und Barmherzigkeit, ohne Verzeihen und Verständnis, das geht über jede Vorstellungskraft hinaus. Welches Schicksal haben diese Leute erlebt, die so unbarmherzig geworden sind? Die sind doch alle krank, diese Taliban, aber wie kann es soweit kommen?
Ich war sehr betroffen. Ich hab für einmal keine Erklärung in meinem sonst so logischen Weltbild. Deshalb schweige ich nun. Ich gedenke der Opfer in tiefstem Mitleid.
Ueber die Geschichte kann man geteilter Meinung sein, manche Handlungen haben mich nicht überzeugt, dass z.B. der schüchterne Junge einen anderen derart reinlegt, dass es glaubhaft danach aussieht, als hätte dieser gestohlen. Oder derjenige Rassist, der seinen Freund aus purer Boshaftigkeit vergewaltigte, das passte einfach nicht.
Was aber sehr glaubhaft dargestellt war, waren Figuren, die auch in schwierigen Situationen aufstehen, sich wehren, sich auch vor andere stellen, die nicht schweigen und den Mut haben, zu kämpfen, wie eben dieser Freund, der dann dafür vergewaltigt wurde. Aber auch der Vater, der als Flüchtling eigentlich darauf angewiesen war, dass ein junger russischer Soldat ihn und die anderen über die Grenze lässt, der wehrt sich dafür, dass der freche Soldat meinte, er könne die Notsituation der anderen ausnützen und sich eine junge Frau rauspicken für sein Vergnügen. Der Vater steht auf, beschimpft ihn, bedroht ihn, schlussendlich lässt der Russe von der Gruppe ab. Der Vater hatte sich für eine ihm unbekannte Frau gewehrt, weil es selbstverständlich war und unrecht, was der andere sich anmasste. Ach, wenn es nur mehr solche Leute auf der Welt gäbe, es gäbe weniger Unrecht zu erleiden für die Menschheit.
Aber das Beeindruckenste an diesem Film waren nicht diese starken Figuren, sondern die Taliban. Ich hatte gehört davon, genug gelesen, ich kanns gar nicht mehr lesen, immer das Gleiche. Aber nun hat man mal einen Film vor sich, wo das Leben unter den Taliban gezeigt wird. Und man erstarrt. Bildlich konnte man sich das gar nicht vorstellen. Man wusste, dass alles, was Freude machte, verboten wurde, man wusste, dass diese Fanatiker keine Gottesliebhaber waren, sondern extreme Machtmenschen, aber diese Patroullien durch die Stadt, diese enorme Gewalt (man sieht eine Steinigung, viel schlimmer anzusehen als die Vergewaltigung), diese unendliche Menschenverachtung. Diese krassen Szenen haben mich noch im Schlaf verfolgt, und ich fragte mich, wie hält ein Mensch so was aus? Es ist gut, dass die Amis diese Kerle rausgeschmissen haben, aber sie kommen ja wieder, wie ist denn das möglich? Das ist schlimmer als jede Seuche. Ich kann nicht mal der Religion die Schuld geben, wie ich es gern zu machen pflege, das und diese extreme Auslegung des Korans, die Anwendung der Scharia ohne Gnade und Barmherzigkeit, ohne Verzeihen und Verständnis, das geht über jede Vorstellungskraft hinaus. Welches Schicksal haben diese Leute erlebt, die so unbarmherzig geworden sind? Die sind doch alle krank, diese Taliban, aber wie kann es soweit kommen?
Ich war sehr betroffen. Ich hab für einmal keine Erklärung in meinem sonst so logischen Weltbild. Deshalb schweige ich nun. Ich gedenke der Opfer in tiefstem Mitleid.
sirano - 3. Feb, 23:37
