Dänemark hat Mühe mit den Secondos
Uns erreicht eine Meldung aus Kopenhagen, dass die Stimmung fremdenfeindlicher geworden ist. Zuerst hat man mal aus Trotz die Mohamed Karikaturen ein zweites Mal abgedruckt, sozusagen als Demonstration, was Meinungsfreiheit bedeutet. Na ja, die werden wahrscheinlich nicht besser beim zweiten Druck. Es ist natürlich schon so, dass bei uns erlaubt ist, was in anderen, vor allem muslimischen Ländern, undenkbar wäre. Aber wir rühmen uns ja auch einer fortgeschrittenen Demokratie, wollen wir uns da noch mit Saudi Arabien messen? Das ist ja wohl nicht die benchmark. Man könnte sich auch mit Respektbekundung gegenüber anderen Kulturen hervorheben statt mit provokativen Zeichnungen. Anscheinend aber hat die Chefin der drittgrössten Partei gesagt, dass Menschen islamischer Zugehörigkeit Ungeziefer seien, das ausgemerzt werden müsse. Entschuldigung, aber das geht doch viel zu weit. Wieso empört sich da nicht ganz Europa? Ein anderer Parteisprecher meint, die jugendlichen Secondos, die da Autos angezündet haben und sonst randalierten, die sollen mit elektronischen Handfesseln versehen werden. Man will darauf hinaus, dass Menschen unterschiedlicher Herkunft unterschiedlich behandelt werden. Und das im Namen der Meinungsfreiheit und Demokratie. Eine wahre Katastrophe. Die Regierung hat es nicht geschafft, 5% der Ausländer in ihrem Land zu integrieren, sondern eher Rassenhass anzufachen. Und das ist eine Demokratie, ein Rechtsstaat? Das ist eher ein Rückschritt in die schlimmste Zeit des letzten Weltkrieges, wo auch mit solchen gefährlichen Sprüchen gewissen Völkervernichtungen ihren Anfang nahmen. So sehe ich das zumindest, aber ich scheine damit allein zu sein. Jedenfalls muss man aufpassen und genau hinschauen, ich hoffe, dass die EU das macht.
sirano - 24. Feb, 23:12
