Donnerstag, 17. April 2008

Super Schweizer Banken und ihre Manager

Es ist im Moment still geworden um unsere Banken, die ersten Quartale 2008 sind durch, leisertreten ist angesagt, da man ganz schön in die Scheisse gelangt hat, wie die Schweizer treffend sagen. Zuerst musste man kleine Abschreiber zugeben, danach wurden die dann immer grösser, betrugen gar im Fall der UBS zum Schluss das zehnfache des ersten Schocks (zuerst 4 Mia, jetzt 40 Mia).
Ja, macht diese Bank noch Konkurs? Alle winken ab. Gar nicht möglich, Staatsgarantie der Kundenkonten, etc. und Bla bla
Ich bin jedenfalls nur ein kleiner Fisch und nicht so reich, dass ich mir einfach so ein paar tausend Franken ans Bein schreiben kann. Also löste ich mein Sparkonto auf und transferierte es zur nächsten Grossbank. Diversifizieren des Risikos nenne ich das. Alle belächeln mich, aber das ist doch egal. Man stelle sich mal vor, was passiert, wenn die UBS DOCH pleite geht? Es wäre nicht das erste Mal, dass sich sogenannte Expertenmeinungen nicht bewahrheitet haben. Bei der Swissair hätte auch niemand jemals gedacht, dass die grounden würde. Zum Schluss ging alles schnell, die UBS hat ihr den Stecker rausgezogen, indem sie ihr kein Geld mehr gab. Es hätte viel weniger gekostet als das, was jetzt abgeschrieben werden musste, um die Swissair am Leben zu erhalten.
Aber die Gier ist stärker. Und persönliche Differenzen. Anscheinend war derjenige, der jetzt Präsident werden möchte, damals Anwalt bei der Swissair und hatte persönliche Fehden mit dem Management. Er wechselte zur Bank und "zog dann eben den Stecker raus" (seine eigenen Worte).
Alles einigermassen gut, solange niemand so tut, als seien Manager nicht menschlich, sondern übermenschlich oder zumindest überdurchschnittlich talentiert. Das Schlimmste ist, dass sie selber glauben, sie seien super und ihr Gehalt wert. Solange alles gut geht, finden sie natürlich auch, dass sie am Erfolg ihrer Firma kräftig partizipieren müssen. Sie tragen ja auch Verantwortung. Sobald etwas in die Hose geht, steht aber kaum einer hin und sagt, jawohl, ich hab Mist gebaut, ich bin schuld. Nein nein, dann hat man tausend Ausreden, zieht die Reissleine des goldenen Fallschirms und verabschiedet sich schleunigst.
Nicht die tolle Ausbildung zählt, wenn man an die Spitze eines Unternehmens will, sondern Unverfrorenheit, mit einer Portion Selbstüberschätzung und einer guten Prise Arroganz.
Wieso ist es dann erstrebenswert, eine solche Position zu erhalten? Nur wegen dem Geld und dem Geltungsbedürfnis.
Nun gut, dann sei es halt so, ändern kann man es eh nicht, und solange Brotkrumen auch für uns Normalbürger abfallen, schweigen wir und verdrehen die Augen.
Nur Bewunderung, das verdienen die Topmanager nicht. Dem können sie noch lang nachrennen. Ich wüsste nicht, wofür.

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