Sonntag, 16. März 2008

SBB Cargo - angedrohter Streik im Tessin

Das Leben ist nicht einfach in wenig entwickelten Gegenden im Tessin. Alle möchten logischerweise am Wohlstand der Schweiz teilhaben, und dazu braucht es bekanntlich Geld.
Nun haben also die Politiker in Bern und etliche unfähige Manager ein Riesendefizit hingelegt, das letzte in einer langen Folge, wo es noch gar nie Gewinn gab.
Egal, wer nun daran schuld ist, es müssen die Arbeiter leiden, denn es werden über 100 Stellen abgebaut. Wie gehabt.
Aber die Tessiner lassen sich das nicht bieten. Ihr Pfand: die Lokomotiv-Wartegarage in Bellinzona. Die wird nun bestreikt und blockiert, so dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis die Ersatzteile im Rest des Landes ausgehen. Das ist sicher effizient.
Nur, sie wollen als Gegenleistung, damit sie aufhören mit Streiken, Arbeitsplatzgarantien. Sie verweisen darauf, dass in Zürich auch Schutzvorkehrungen getroffen wurden für das Personal der Swissair, als diese bankrott ging, und sie haben noch viele weitere Beispiele, die beweisen, dass sie als Randregion weniger geschützt sind und ernst genommen werden. Mag sein. Aber Arbeitsplatzgarantien? Das gibts nicht in der freien Marktwirtschaft, da müsste man schon zur Planwirtschaft zurückgreifen.
Brutal gesagt: Wer im Tessin leben will, muss in Kauf nehmen, dass er dort keine Arbeit findet, weil es halt nicht so viel hat. Ansonsten müssen wir uns ernsthaft damit beschäftigen, ob wir vielleicht dem Kommunismus beitreten wollen. Aber freie Marktwirtschaft und Arbeitsplatzgarantien, das beisst sich meiner Meinung nach. So leid es mir für die Region tut. Das Spiel heisst: Angebot regelt Nachfrage und andersrum, und es ist schon ziemlich alt.

Ilisu Staudamm in der Türkei

Heute lese ich in der Zeitung, dass ein Bericht, von Deutschland, Oesterreich und der Schweiz in Auftrag gegeben, veröffentlicht wurde und weitgehend das bestätigt hat, was die als ewige Verhinderer und Nörgler verdammte Staudammgegner in allen drei Ländern immer gesagt haben, nämlich dass Leute ungerecht enteignet werden, dass die 55,000 Leute, die umsiedeln sollen, noch kein neues Land zur Verfügung haben, dass die 10,000 Jahre alte Felsenstadt zerstört werden soll, aber der Abtransport der wichtigsten Bauten noch nicht geplant ist, noch nicht mal eine Machbarkeitsstudie wurde dazu erstellt. Die versprochene Infrastruktur ist noch nicht mal in Planung, etc. Teilweise wurden die versprochenen Standards von den Verantwortlichen gar nicht verstanden.
Das Ganze ist also ein rechter Hohn, und eine gewaltige Täuschung, wenn nicht Lüge, der Türkei gegenüber den Kreditgebern. All die Auflagen, denen sie zugestimmt haben, wurden praktisch nicht erfüllt. Der Bericht beschönigt nichts, was umso erstaunlicher ist, wenn man die Auftraggeber im Blick hat.
Nun gut. Also Rückzug auf ganzer Linie? Von wegen. Bei uns in der Schweiz hat es mehrere grosse Firmen, die da grosse Geschäfte machen wollen mit dem Damm. Das Frechste an der ganzen Sache: Sie haben Risikogarantien vom Staat bekommen. Das finde ich einfach unverschämt! Wir Steuerzahlen decken schlussendlich das Risiko, dass die Türkei nachher nicht zahlt, wenn sie dann mal tatsächlich den Staudamm gebaut hat, der den Nachbarländern das Wasser abgräbt und eben einmalige historische Bauten verschwinden lässt, ganz zu schweigen von der Bevölkerung, die vertrieben wird.
Es ist ja schon schlimm genug, wenn es schweizer Firmen gibt, die in altbewährter Manier nur ans Geld denken, so wie sie das schon immer gemacht haben. Das Empörendste ist, dass der schweizer Staat dazu Garantien abgibt.
Wenn die drei oben genannten Länder jetzt nicht aussteigen, dann machen sie sich grösster moralischer Schandtaten schuldig. Und immer im Hinterkopf haben: Die Türkei möchte der EU beitreten.... mit diesem Drittwelt Level an Administration, Politik, etc.
Ich bin sehr wütend deshalb

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